XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisieren

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XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisieren

Beitragvon B-Motor » Mi 11. Nov 2020, 12:48

Hallo Servus,
ich stell mich mal kurz vor und schlage dann gleich mit einem Problem auf :-)
Ich heiße Heiko, komme aus Oberfranken und fahre selbst ne Kawa ZX-6R aus 2000. Ich repariere nebenbei für mich und Bekannte und Freunde eigentlich alles mit 2 od. 4 Takten, mit 2 Rädern oder auch ohne Räder (Motorsägen/Rasenmäher)
Mach gelegentlich auch Kundendienste an Mopeds oder Motorrädern für mich und meine Bekannten und Freunde und Familie. Kettenwechslen mit Nietschlössern oder ein Kupplungswechsel sind auch kein Thema.

Folgendes Problem haben wir nun aber doch :-)
Mein Nachbar hat eine 1998 XVS 650 Drag Star (4VR). Diese Stand etwa 1,5 Jahre da er keine Zeit zum fahren hatte.
Jetzt wollte er vor 2 Wochen zum TÜV und es ging natürlich nichts mehr.
Also Batterie getauscht und nach langen würgen ging das Vehicle an. Sobald er aber nur etwas Gas gegeben hat, ging sie aus.
Nach ner kurzen Durchsicht hab ich gleich einen ersten Fehler entdeckt. Beide Ansaugstutzen eingerissen und porös. Also Bremsenreiniger druf und die Maschine veränderte die Drehzahl.
Und ja ich hab drauf geachtet, das es nicht vom Luffi angesaugt wurde ;-)
Also muss die Vergaserbatterie raus. Dabei hab ich gleich gesehen das dieser Ansaugschlauch zwischen Luftfilter und dem Resonanzbehälter/verteiler auch gerissen war.
Vergaser raus, Schwimmerkammer geöffnet. Wie erwartet alles grün verkrustet.

Jetzt hab ich folgende Sachen gemacht:
Beide Ansaugstutzen zu den Zylinder erneuert.
Zündkerzen erneuert.
Luftfilter vorerst mal gereinigt (Sah noch sehr gut und sauber aus).
Neuen Sprit in den Tank.
Vergaser zerlegt und ab ins Ultraschallbad. Alle Düsen danach mit dem Auge gegen Licht geprüft ob die Bohrungen einigermaßen sauber sind. Vergaser neu abgedichtet. Die Membrane seitlich und für den Gasschieber auf Risse kontrolliert (waren beide noch schön weich und sahen noch gut aus). Vergaser zusammengebaut und ab damit ins möp. Die Drosselklappenposition bzw. den Sensor hab ich auf den entsprechenden Widerstandswert (ich weiß jetzt nicht mehr den genauen Ohm-Wert) wieder eingestellt. Hatte da auch einen Anriss hingemacht. Das sollte also auch passen.

Jetzt zur eigentlichen Frage. Wie ist die Grundeinstellung der Gemischschraube? Ich habe leider kein WHB. Im Internet habe ich, 2 Umdrehungen rausdrehen, als Grundstellung dafür gefunden. Sollte also erstmal so grob passen, oder? 2. Durch die Demontage musste ich natürlich auch die Abgleichschraube zur Synchronisierung lösen. Einen Synchrontester hab ich, aber ich bekomm das irgendwie nicht mehr im Einklang. In welcher Grundstellung bring ich die 2 Vergaser bevor ich mit dem Synchronisieren anfange? In welchem Verstellbereich bewege ich mich da dann (an der Gemischschraube sind es ja teilweise schon 1/16 - 1/8 Umdrehungen die alles vernichten können) Vergasersynchronisation hab ich selbst auch noch nicht gemacht. Hab mir aber gedacht, nachdem was ich alles schon repariert hab in meinem Leben das dieses eigentlich kinkerlitz sein sollte. Also ich hab schon komplette Getriebe usw. zerlegt... Ach ja, der Sollwert ist ja 0.29 Bar oder?

Es wäre super wenn ihr mir da weiter helfen könntet. Ach ja, Drehzahlmesser und Abgastester hab ich leider auch nicht. Mein Plan war. Ich stell das soweit möglich ein, das das Gerät fährt und einigermaßen sauber Gas annimmt, mein Nachbar fährt danach zu nem Boschdienst und die machen dann eine AU und stellen den CO wert noch ein und machen dann auch den TÜV.

Momentan springt sie an. braucht etwa 2 -3 Minuten bis ich etwas gas geben kann. Hat nebenbei je nach dem wie ich an der Abgleichschraube drehe mal mehr mal weniger Drehzahl im stand und auch mal mehr oder weniger Fehlzündungen. ich hatte schon mal eine Position, da waren die Fehlzündungen weg, aber wenn ich im Stand das Gas voll aufmache, dann säuft sie ab und geht aus. Wenn ich das Gas langsam drehe kommt sie, aber ab ner bestimmten Drehzahl fängt sie dann aber wieder an ausgehen zu wollen.

Hoffe ihr könnt mir helfen. Mein Nachbar würde sich riesig freuen.

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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon Schorry_BY » Mi 11. Nov 2020, 13:40

Guckst du PN ... :braue:
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon B-Motor » Mi 11. Nov 2020, 16:09

Hallo Schorry_BY, ich kann dir leider per PN nicht antworten.
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon Speedo! » Mi 11. Nov 2020, 17:41

Ich bezweifle, dass die beim Boschdienst diese Einstellungen machen, da zur CO-Einstellung die Luftfilter demontiert werden müssen.
Denk mir, dass das nur eine Yami-Werkstatt macht.

Wobei ich die CO-Einstellung erst mal außen vor lassen würde. Das mag mancher anders sehen, aber ich habe diese Einstellung noch nie vorgenommen.
Bei den AUs waren die Werte immer im Rahmen.

Zuerst würde ich mich um die Gemischregulierung kümmern. Der Vergaser scheint viel zu mager eingestellt zu sein. Nach Deinen Angaben, geht da locker
noch mindestens eine Umdrehung raus. Die Feineinstellung ist dann auch eher nicht überzubewerten. Eine 1/8 Umdrehung verändert natürlich was, aber
das Feintuning bei einem Vergasermotor ist im Grunde sowieso nur ein Näherungswert. Außer Du magst vor jeder Fahrt neu justieren ;)
3° Außentemperaturunterschied bewirken schon eine Veränderung, da müsste schon wieder nachjustiert werden.
Also passende Näherungseinstellung und gut ist erstmal. Weiteres Nachjustieren würde ich nach einiger Betriebszeit machen.

Wenn der Vergaser einigermaßen passend eingestellt ist, sollte die Synchronisierung kein Hexenwerk mehr sein.
Meine Ansichten haben sich zwar geändert, nicht aber die Tatsache dass ich recht habe.
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon B-Motor » Mi 11. Nov 2020, 18:32

Ah okay.
Hört sich schlüssig an. Und ja, das mit dem CO Wert da hast du Recht und mit dem Bosch Dienst und dem Luftfilter abmachen. Der bei uns um die Ecke repariert aber sämtliche Fahrzege von Omnibussen über Autos bis hin zu Rollern und ab und zu steht da auch ein geteilter Traktor....

Grundsätzlich dachte ich aber das die Maschine mit der Grundeinstellung besser läuft.
Also ich kenn das eigentlich so, das wenn die Grundeinstellung lt. Hersteller eingestellt ist, der Rest sich maximal im +-1/2 Umdrehungen Bereich verhält.
So war es bisher zumindest, aber gut anderer Hersteller andere Eigenheiten. Ne Yamaha hatte ich bisher noch nicht...
Ich werd das morgen mal versuchen mit etwas anfetten.
Wie ist das eigentlich nochmal? Kältere, feuchtere Luft macht das Gemisch magerer, oder? Da mehr Sauerstoff zur Verfügung steht.
Magert im Winter also etwas ab. Hab ich das noch richtig im Kopf?
Das würde das auch erklären.

Wenn der Tüv erledigt ist und die Maschine einigermaßen läuft bekommt sie noch ne pulle Öl im Frühjahr (Ölwechsel)

Danke schonmal & Gruß
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon Speedo! » Mi 11. Nov 2020, 21:15

Ja, kältere Umgebung wird das Gemisch fetter eingestellt.
Nach meiner Erinnerung dachte ich, dass 2,5 Umdrehungen die Grundeinstellung waren.
Auf jeden Fall läuft sie zu mager und selbst drei bis dreieinhalb Runden rausgedreht, sind noch voll im normalen Bereich.

Zur CO-Einstellung ist mir noch eingefallen, dass meine Aussagen darauf beruhen, dass ich noch nie einen Vergaser komplett zerlegen musste.
Hier könnte es natürlich schon sein, dass die Werte daneben liegen. Wobei die CO-Werte zum Feintuning gehören und dem Motor keinen
Schaden zufügen. Die Gemischabstimmung ist da deutlich relevanter. Aber vielleicht ist eine extra AU angebracht. Dann siehst Du schon, ob
da noch Handanlegen gefragt ist. Wenn es in den bekannten Toleranzen, also über 1 und unter 5 liegt, würde ich nicht extra was einstellen.
Das wär nur Eitelkeit ;)
Meine Ansichten haben sich zwar geändert, nicht aber die Tatsache dass ich recht habe.
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon JOE » Fr 13. Nov 2020, 20:02

Grundvorraussetzung ist dass die Vergaser sauber sind ,das Ventilspiel stimmt , die Ansaugwege von Luftfilter bis Zylinderkopf dicht sind und der Motor auf Betriebstemperatur ist. Dann die Gemischschrauben in Grundeinstellung bringen. Dann die Vergaser Synchronisieren und die Leerlaufdrehzahl einstellen. Dann Co-Gehalt auf 2,5 bis 3% für jeden Zylinder einstellen. Dann nochmal die Syncronisation prüfen und ggf. nachjustieren. Zum Schluss nochmal CO prüfen. Dann sollte es laufen.
Gruss JOE



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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon L.E.Biker » Mi 18. Nov 2020, 11:37

Der CO² Gehalt liegt 3,5% ;)
Gruß Marco
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Re: XVS650 4VR Vergaser Grundstellung & Vergaser Synchronisi

Beitragvon JOE » Mi 18. Nov 2020, 20:26

Meine 1100er läuft sogar mit ca. 4,5%. Hat den Vorteil dass der Choke ziemlich Früh wieder rein kann.
Gruss JOE



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